Die Schattenseite des Komfortschlüssels und weshalb Du auf ihn verzichten solltest


Keyless Entry

Aufmachen, einsteigen, Motor starten und losfahren – ohne Autoschlüssel in der Hand. Nahezu alle Autohersteller bieten Komfortschlüssel an und betonen dabei gern den Komfortgewinn. Ich verrate Dir, was sie verschweigen.




Morgen früh geht's los

Christel und Lothar sind voller Vorfreude. Ihre erste Kreuzfahrt. Sie haben an alles gedacht: Reiseunterlagen, Reisepässe, Reisegarderobe. Ihre gepackten Koffer haben sie schon am Vorabend im Kofferraum ihres Autos verstaut. Sie wollen am nächsten Morgen ganz früh losfahren, um pünktlich den Hafen zu erreichen, an dem ihre Kreuzfahrt beginnen soll.


Weil sie am letzten Abend vor ihrer Abreise nicht selber kochen möchten, fahren sie kurzerhand zu ihrem Lieblingsrestaurant. Mit ihrem Auto. Mit dem Reisegepäck im Kofferraum.




Nach dem Dessert wartet eine böse Überraschung

Du ahnst es vielleicht: Während Christel und Lothar drinnen entspannt ihr Essen genießen, wird draußen das gesamte Reisegepäck aus ihrem Auto gestohlen. Reiseunterlagen, Reisepässe, Reisegarderobe – alles weg.


Was seltsam ist: Das Auto hat keine Einbruchspuren. Keine eingeschlagene Scheibe. Kein geknacktes Türschloss. Nichts dergleichen. Wie ist das möglich?




Der Komfortschlüssel macht's möglich

Das Auto von Christel und Lothar war mit einem Komfortschlüssel ausgestattet. Damit entriegelst Du die Türen und startest den Motor Deines Autos, ohne den Autoschlüssel in die Hand zu nehmen und zu bedienen. Sobald sich eine Hand dem Türgriff des Autos nähert und das Auto seinen Funkschlüssel als »befindet sich in der Nähe« erkennt, entriegelt es die Türen. Sobald der Startkopf gedrückt wird und das Auto seinen Funkschlüssel als »befindet sich im Inneren des Autos« erkennt, startet der Motor.


Der Autoschlüssel lag doch im Restaurant auf dem Tisch! Wie ist das möglich?




Funksignale können verlängert werden

Ab jetzt spielt kriminelle Energie die Hauptrolle: Mit elektronischen Geräten (Kosten: ca. 100 €) verlängern Autodiebe die Funksignale zwischen Schlüssel und Auto. Sie gaukeln dem Auto vor, dass sich der Funkschlüssel »in der Nähe« befindet: das Auto entriegelt die Türen.


Christel und Lothar hatten Glück im Unglück: Hätten die Autodiebe das Funksignal bis in ihr Auto verlängern können, hätten sie das Auto gestohlen – nicht nur die Sachen aus dem Kofferraum. Denn der Motor geht nicht wieder aus, sobald das Auto seinen Schlüssel als »befindet sich außerhalb des Autos« erkennt. Die Diebe können mit dem gestohlenen Auto fahren, bis der Motor ausgeht, wenn der Tank leer ist. Meist reicht der Sprit locker, um die Halle zu erreichen, in der die gestohlenen Autos sofort in ihre Einzelteile zerlegt werden.




Die Autohersteller kennen das Problem – die Autodiebe auch

Der ADAC hat 20 verschiedene Automodelle mit Komfortschlüssel getestet: alle konnten mit Funkabhörtechnik durch Dritte geöffnet werden.


Die Autohersteller haben inzwischen ein bisschen nachgebessert. Die Schlüssel neuerer Autos senden nur dann Funksignale, wenn sie sich bewegen (z. B. in der Hand- oder Hosentasche). Aber so richtig sicher sind diese Systeme trotzdem nicht.


Das wissen auch die Autodiebe: Sie stehlen inzwischen bevorzugt Autos mit Komfortschlüssel. Es war nie so einfach, ein Auto zu stehlen.


Was nun?




Komfort oder Sicherheit?

Du musst für Dich entscheiden, ob Dir Komfort oder Sicherheit wichtiger ist. Bedenke: einige Features funktionieren nur zusammen mit dem Komfortschlüssel, z. B. das Öffnen und Schließen der Kofferraumklappe per Fußgeste.


Wenn Dir Sicherheit bei Deinem nächsten, werksneuen Auto wichtiger ist:

  • Sorge beim Konfigurieren dafür, dass Du den Komfortschlüssel nicht mitbestellst. Beachte: Jeder Autohersteller bezeichnet dieses Feature anders.

  • Wenn Du den Komfortschlüssel beim Bestellen nicht weglassen kannst, sorge dafür, dass die Funktion nach der Auslieferung abgeschaltet wird. Oft geht das in den Einstellungen des Bordcomputers.


Wenn Dir Sicherheit bei Deinem aktuellen Auto wichtiger ist:

  1. Finde heraus, ob Dein Autoschlüssel ein Komfortschlüssel ist:

  2. Gehe mit Deinem Autoschlüssel zu Deinem verriegelten Auto.

  3. Greife in den Türgriff.

  4. Wenn Du die Tür öffnen kannst, ohne dass Du vorher die Öffnen-Taste auf Deinem Schlüssel gedrückt hast, dann ist es ein Komfortschlüssel.

  5. Sorge dafür, dass die Funktion abgeschaltet wird. Oft geht das in den Einstellungen des Bordcomputers.


Wenn Dir Komfort wichtiger ist, triff Vorkehrungen, die Missbrauch zumindest erschweren:

  • Bewahre den Funkschlüssel (auch die Ersatzschlüssel!) bei Dir Zuhause möglichst weit entfernt vom Parkplatz Deines Autos auf – also z. B. nicht direkt am Schlüsselbrett neben der Haustür neben dem Carport.

  • Schirme die Funksignale des Schlüssels ab, so lange wie Du seine Komfortfeatures nicht brauchst. Ganz simpel: in Alufolie einwickeln. Eleganter: Eine kleine metallische Box, in die Du den Schlüssel legst. Die gibt's auch in schick zu kaufen.




Happy End?

Und wie ist die Geschichte von Christel und Lothar ausgegangen?


Ihre Reise haben die beiden leider nicht mehr angetreten. Es hat noch ein bisschen gedauert, bis sie ihre erste Kreuzfahrt erleben konnten.


Außerdem hatten sie ordentlich Stress mit ihrer Kfz-Versicherung. Denn sie hat Beweise verlangt, dass sich wirklich Dritte gewaltsam Zugang zum Auto verschafft haben. Ohne sichtbare Einbruchspuren ist das gar nicht so einfach.


Die Komfortschlüsselfunktion haben Christel und Lothar übrigens umgehend abschalten lassen.


 

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André Glembotzki

Moin,


ich bin André und ich bin Auto-Coach.


Ich coache aber keine Autos, sondern Selbstständige und Unternehmer*innen, die sich mit Leasing unsicher fühlen oder keine Lust auf Autohäuser, Konfigurator und Preislisten haben.


Ich mache Auto leasen so leicht und berechenbar wie Kaffee kochen. Nur fahren musst Du noch selbst.


Mehr erfährst Du auf www.andre-glembotzki.de